Foto: Stefan Richter/Böttcher AG
Die Böttcher AG stoppt ihre geplante Expansion in Europa. Der vorbereitete Markteintritt in Österreich sowie weitere europäische Vorhaben werden nicht umgesetzt. Damit verzichtet das Unternehmen nach eigener Planung auf bis zu 500 Millionen Euro zusätzlichen Jahresumsatz und bis zu 300 mögliche neue Arbeitsplätze. Ausschlaggebend sind aus Sicht der Böttcher AG die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa. Unter anderem hohe Unternehmenssteuern und Sozialabgaben, hohe Energie- und Arbeitskosten, fehlende Planungssicherheit sowie eine stetig wachsende Bürokratie. Den konkreten Ausschlag gab die neue europäische Verpackungsregulierung mit zusätzlichen Registrierungs-, Melde-, Dokumentations- und Entsorgungspflichten.
Die Böttcher AG hat Kunden, Kapital, Technologie und Logistik für weiteres Wachstum. Nicht der Markt stoppt das Unternehmen, sondern politische Rahmenbedingungen, die Bürokratie, Regulierung, Steuern, Abgaben, Personalkosten und ständig neue gesetzlich verschärfte Auflagen. Das Hauptproblem ist dabei die Politik auf EU-Ebene, deren Vorgaben und Regulierungen den Handlungsspielraum für Unternehmen zunehmend einschränken. Gleichzeitig reagiert auch die Politik in Deutschland auf diese Herausforderungen nicht mit verlässlichen und wachstumsfreundlichen Rahmenbedingungen, sondern verschärft die Belastungen vielfach weiter.
Das unternehmerische Risiko trägt dabei nicht die Politik, sondern der Unternehmer persönlich. Dieser haftet mit seinem Kapital, seiner Existenz und seiner Zukunft. Zugleich werden ihm immer mehr Kosten, Pflichten und Haftungsrisiken aufgebürdet. Die Planungssicherheit schwindet, die Renditechancen schrumpfen.
Aus Unternehmenssicht befindet sich der Wirtschaftsstandort Deutschland auf einem gefährlichen Sinkflug. Das Problem sieht man längst nicht nur bei den Insolvenzen. Noch gefährlicher sind Investitionen, die nicht mehr stattfinden, Standorte, die nicht erweitert werden und Arbeitsplätze, die überhaupt nicht erst entstehen.
Böttcher fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel: „Deutschland braucht niedrigere Steuern, deutlich weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiepreise und wieder verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmer. Wenn ein gesundes, profitables und wachsendes Unternehmen freiwillig auf potenzielles Wachstum in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro verzichtet, sollte dies Anlass für die Politik sein, kritisch zu hinterfragen, welche Rahmenbedingungen am Standort Deutschland dazu geführt haben.“